Umsetzung der CSRD-konformen doppelten Wesentlichkeitsanalyse
Anleitung und Befähigung zur Durchführung der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse im Rahmen der CSRD-Berichterstattung und Durchführung von Klimaszenario- sowie Resilienzanalysen.
Branche
E-Commerce
Größe
< 400 Mitarbeitende
Jahresumsatz
< 200 Mio. €
- Alina Heindorf, Projektmanagerin babymarkt.de
Herausforderung
Lösung
Impact
- Erstmalige Erarbeitung einer Doppelten Wesentlichkeitsanalyse (DWA) nach ESRS als Grundlage für die Erstellung eines CSRD-konformen Nachhaltigkeitsberichts
- Sehr vielfältiges Produktportfolio
- Internationale Präsenz und unter zeitlichem Druck
- Durchführung der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse im Sparring- und Workshopformat
- Erarbeitung einer Klimarisiko- und einer Resilienzanalyse sowie Vorbereitung der Datenerhebung
- Prüfsichere DWA inklusive Dokumentation
- Befähigung zur eigenständigen Durchführung
Unsere Insights
Die ganze Story
Herausforderung
Das Unternehmen sah sich erstmals mit den Anforderungen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) konfrontiert – in einem Kontext, der durch ein breit gefächertes Produkt- und Markenportfolio, eine heterogene Lieferkettenstruktur sowie eine wachstumsorientierte Ausrichtung im europäischen Markt geprägt ist. Hinzu kam ein hoher Zeitdruck: Die wesentlichen Analysen und vorbereitenden Schritte mussten innerhalb von zwei Monaten abgeschlossen sein, um die Berichtspflichten fristgerecht erfüllen zu können. Es galt, das Unternehmen strukturell, inhaltlich und organisatorisch auf die CSRD-konforme Nachhaltigkeitsberichterstattung vorzubereiten – mit besonderem Blick auf Qualität, Prüfbarkeit und Befähigung.
Vorgehen
Das Projekt war in drei Module gegliedert: Zunächst wurde die Geschäftsleitung
über CSRD-Anforderungen informiert und eine Bestandsaufnahme der
Geschäftsprozesse und Wertschöpfungsketten durchgeführt. Im zweiten Modul
führten wir die zentrale doppelte Wesentlichkeitsanalyse durch, ergänzt um Klimaszenario- und Resilienzanalysen. Mit einem Konzept zur
Stakeholderinvolvierung wurde ein strukturierter Ansatz geschaffen, um
relevante Anspruchsgruppen systematisch in die Wesentlichkeitsbewertung
einzubinden – und damit die inhaltliche Legitimität und Akzeptanz des Berichts
zu stärken. Abschließend wurden alle Ergebnisse in einer prüfbaren
Dokumentation zusammengeführt, Schwellenwerte definiert und eine GAP-Analyse mit Datenpunkttabelle erstellt. Der Wirtschaftsprüfer wurde von Beginn
an eingebunden, um prüfungsgerechte Standards sicherzustellen. Das
strukturierte Vorgehen ermöglichte dem Unternehmen eine vollständige CSRD
konforme Wesentlichkeitsanalyse und schuf eine tragfähige Basis für die
weitere Nachhaltigkeitsstrategie.
Lösung
Im Rahmen der Zusammenarbeit wurde eine fundierte doppelte
Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt, die als belastbare Grundlage für die
anstehende CSRD-konforme Nachhaltigkeitsberichterstattung dient. In einem
klar strukturierten Prozess wurden gemeinsam mit dem Unternehmen die
wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen identifiziert, analysiert und bewertet. Die
Impact- und Risikoanalyse erfolgte im Workshop- und Sparringsformat und
basierte auf einer systematischen Erfassung potenziell relevanter Themen
entlang der Wertschöpfungskette sowie deren Bewertung aus Impact- und
finanzieller Wesentlichkeitsperspektive. Die Definition praxisgerechter
Schwellenwerte ermöglichte eine nachvollziehbare Eingrenzung auf die finalen
Berichtsthemen.
Zur vertieften Auseinandersetzung mit klimabezogenen Risiken wurde
zusätzlich eine Klimaszenarioanalyse durchgeführt – ein wesentlicher Schritt zur
frühzeitigen Risikobewertung.
Ergänzt wurde dies durch eine kompakte Resilienzanalyse, in der auf Basis
ausgewählter Zukunftsszenarien zentrale externe Einflussfaktoren analysiert
und deren Auswirkungen auf das Geschäftsmodell bewertet wurden. Die
Analyse liefert wichtige Erkenntnisse zur Anpassungsfähigkeit des
Unternehmens gegenüber gesellschaftlichen und regulatorischen
Veränderungen und stärkt die strategische Robustheit und langfristige
Planungssicherheit im Nachhaltigkeitskontext.
Um das interne Verständnis zu fördern und Verantwortlichkeiten zu klären,
wurde der Geschäftsleitung ein strukturierter Überblick zu den regulatorischen
Rahmenbedingungen der CSRD, der ESRS und der EU-Taxonomie vermittelt.
Diese Einordnung ermöglichte es dem Unternehmen, eigene Ressourcen gezielt
auf den weiteren Aufbau der Nachhaltigkeitsgovernance auszurichten.
Zum Projektabschluss erhielt das Unternehmen eine prüfungstaugliche
Gesamtdokumentation sowie konkrete Handlungsempfehlungen zur
Weiterentwicklung der Berichterstattung und zur Vorbereitung auf die
kommenden Berichtspflichten.
Impact
Durch das Projekt ist das Unternehmen nun nicht nur konform auf die CSRD
Berichtspflicht vorbereitet, sondern wurde auch befähigt, die zugrunde
liegenden Analysen künftig eigenständig und systematisch fortzuführen. Die
Ergebnisse liefern belastbare Entscheidungsgrundlagen für Nachhaltigkeit,
Risiko- und Lieferkettenmanagement – weit über den Bericht hinaus. Die
strukturierte Herleitung der wesentlichen Themen, die Bewertung
klimabezogener und gesellschaftlicher Risiken sowie die Entwicklung und
Analyse von Zukunftsszenarien schaffen eine belastbare Grundlage für
nachhaltige Entscheidungsprozesse.
Die intensive Auseinandersetzung mit materiellen ESG-Themen führte zu einer
geschärften Risikowahrnehmung – insbesondere im Hinblick auf
Transformationsdruck, Lieferkettenabhängigkeiten und regulatorische
Entwicklungen. Gleichzeitig wurden die Grundlagen einer belastbaren
Nachhaltigkeitsgovernance gelegt, die langfristige Planungssicherheit
unterstützt und die Basis für einen wirksamen Nachhaltigkeitsdialog bildet.
Das Unternehmen verfügt nun über fundierte Inhalte, Instrumente und
Prozesse, um die Nachhaltigkeitsberichterstattung nicht nur gesetzeskonform,
sondern auch zielgerichtet im Sinne unternehmerischer Resilienz, Transparenz
und Wirkung weiterzuentwickeln.
Take-away für Entscheider:innen
Die erfolgreiche CSRD-Umsetzung zeigt, wie babymarkt trotz heterogener Lieferketten, eines breiten Portfolios und extremen Zeitdrucks innerhalb von zwei Monaten eine prüfungssichere Nachhaltigkeitsberichterstattung etablieren konnte.
- Strukturierte Wesentlichkeitsanalyse: Durch einen klar definierten Prozess, systematische Workshops und praxisgerechte Schwellenwerte wurde das komplexe Portfolio präzise auf die finalen, CSRD-konformen Berichtsthemen eingegrenzt.
- Belastbare Entscheidungsgrundlagen: Die regulatorisch geforderten Klima- und Resilienzanalysen wurden so umgesetzt, dass sie neben der Compliance auch die Risikowahrnehmung (z. B. bei Lieferkettenabhängigkeiten) schärfen und als Basis für das strategische Risikomanagement dienen.
- Interne Befähigung & Governance: Durch die frühe Einbindung des Wirtschaftsprüfers und die Aufklärung der Geschäftsleitung wurde das Unternehmen organisatorisch vorbereitet, Prozesse aufgesetzt und die Basis geschaffen, um künftige Analysen eigenständig fortzuführen.